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18.-21.02.2012
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Erfahrungen mit der Insulinpumpe beim Windsurfen

Silvaplana 2003

Das Diabetes- und Sportlager im Engadin habe ich unter anderem deshalb besucht, um Erfahrungen mit meiner Insulinpumpe beim Wassersport zu sammeln. Meine Insulinpumpe ist nicht wasserdicht, und so habe ich mir die Frage gestellt, wie mein Körper darauf reagieren würde, wenn ich die Pumpe während einiger Stunden abhänge. Beim Schwimmen habe ich die Erfahrung gemacht, dass dies während einer Stunde problemlos geht.
Wenig Bedenken hatte ich, während des Surfens ein Hypo zu machen. Trotzdem nahm ich immer wasserdicht verpackte Getreidestängel in meinem Anzug mit. Eher erwartete ich einen Anstieg meines Blutzuckers, wenn ich während zwei bis drei Stunden kein Insulin erhielt.
Am ersten Tag brauchte ich als blutige Anfängerin sehr viel Energie, um immer wieder auf das Brett zu steigen, mein Segel hochzuziehen und dann einige Meter bis zum nächsten Sturz zu surfen. Bei den starken Winden am ersten Tag kam zudem noch sehr viel Stress dazu. Nach den ersten Versuchen während einer Stunde war mein BZ am Mittag noch im angestrebten Zielbereich zwischen 5 - 10 mMol. Am Nachmittag stieg dieser dann aber nach 2 Stunden Kampf gegen den Wind auf 14.2 mMol an, als die Pumpe während 2 ½ Stunden abgehängt war. Zur Korrektur nahm ich 3 Einheiten Humalog und stellte die Pumpe während 2 Stunden auf 120%. Danach sank mein BZ wieder auf ideale 5.6 mMol ab.
Am zweiten Tag surften wir am Morgen zwei und am Nachmittag 2 ½ Stunden bei idealen Windstärken für Anfänger von 1 - 2 Beaufort. Ich brauchte bereits viel weniger Energie, da ich bei diesen Verhältnissen schon recht sicher auf dem Brett hin und her surfen konnte. Ich startete am Morgen mit 8.9 mMol und hängte die Pumpe während 2 Stunden ab. Am Mittag war mein BZ auf 9.8 mMol angestiegen und ich stellte die Pumpe während 2 Stunden auf 110 %, um das Insulinmanko auszugleichen. Vor dem Start am Nachmittag war mein BZ wieder auf 7.8 abgesunken, und ich war sehr unsicher, ob ich noch etwas essen sollte bevor ich ins Wasser stieg. Ein Hypo auf dem Wasser wollte ich unbedingt vermeiden, da es für mich sehr schwierig war, Hypoanzeichen überhaupt wahrzunehmen. Nach 2 ½ Stunden wusste ich, dass es falsch gewesen war, noch 10 g Kohlenhydrate zu essen, denn mein Blutzucker war auf 13,2 mMol angestiegen. Ich nahm sofort 2 Einheiten Humalog und stellte die Pumpe während 2 Stunden auf 120 %. Vor dem Nachtessen sank der Wert wieder auf 4.5 mMol ab. Nach einem exzellenten Nachtessen war ich vor dem Einschlafen mit 3.5 mMol eher tief, deshalb nahm ich noch 20 g KH in Form eines Apfels zu mir und stellte die Pumpe zur Sicherheit vor nächtlichen Hypos auf 80 % zurück. Bei einer Kontrolle morgens um 04.00 Uhr war ich wieder auf 7.6 mMol und stellte die Pumpe auf 100 % zurück. Vor dem Morgenessen konnte ich mit idealen 5.6 mMol und mit einem reichhaltigen Frühstück zu neuen Surfabenteuern starten.
Es scheint mir sehr wichtig, zu betonen, dass diese Regeln nicht verallgemeinert werden dürfen. Jede Diabetikerin/jeder Diabetiker muss eigene Erfahrungen sammeln, diese analysieren und die eigenen Regeln finden.

Protokoll Windsurftag, 2. September 2003

Zeit
08-11
11-13
13-15
15-17
BZ in mMol
4.5 8.9 9.8 7.8
Pumpe
Basal
100% 0% 110% 0%
Bolus
4 4
KH in g
50 50 10
Aktivität
Windsurfen Windsurfen

Zeit
17-19
19-22
22-04
04-08
BZ in mMol
13.2 4.5 3.5 7.2 5.6
Pumpe
Basal
120% 100% 80% 100%
Bolus
2 4 4
KH in g
50 20 50
Aktivität
Schlafen

Ein Paar Krümel Zucker auf dem Ski...

Erfahrungen mit der Insulinpumpe beim Windsurfen







Es war wirklich sehr schön, und ich spüre heute noch meine lädierte Schultermuskulatur!












Windsurfen Silvaplana 2003

Windsurfen Silvaplana 2003

Windsurfen Silvaplana 2003

Windsurfen Silvaplana 2003

Windsurfen Silvaplana 2003

Windsurfen Silvaplana 2003

Windsurfen Silvaplana 2003

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